Der Überbrücker

Er kam nicht über den Handel, sondern über einen Ausflug. Importiert aus dem Elsass, im Gepäckraum zwischen Erinnerungen und Vorfreude. Im Glas ein sattes Gelb, als hätte jemand ein Stück Sommer konserviert.

Der Duft ist fein: Blüten, unaufdringlich. Am Gaumen Frucht, Pfirsich vor allem, dazu Honig und ein Hauch Haselnuss. Alles ist rund, weich, ohne Eile. Ein Wein, der nicht drängt, sondern trägt.

Draußen hält der Winter noch fest. Der Frühling lässt sich nicht blicken, und der Sommer wirkt wie ein fernes Gerücht. Aber dieser Wein überbrückt. Er spannt eine kleine Brücke vom Jetzt zum warmen Balkon, auf dem man sitzen wird, irgendwann.

Ein Sommerwein, getrunken zur falschen Zeit – und gerade deshalb genau richtig.