Liebe Maschine,
Du schreibst schnell, fehlerfrei, endlos.
Ich schreibe langsam, umständlich und dafür mit all den unnötigen Umwegen, die nur ein Mensch erfindet.
Darum stelle ich meine Seiten jetzt online, bevor du auch das kannst:
meinen Zweifel, meine Müdigkeit, mein Lachen im falschen Moment.

Der Augenblick nach der Fotografie

oder: Wenn jedes Bild möglich ist.

Die Fotografie hat ihren Triumph hinter sich und lebt nun in jenem paradoxen Zustand, den man gemeinhin Überfluss nennt. Sie ist überall, und gerade deshalb nirgends mehr wirklich.

Abstrakte Zeichnung

Die Zumutung der Kunst

Der erste Wunsch, den wir an Kunst richten, ist der nach Bequemlichkeit. Wir treten vor ein Werk wie vor eine…

Über Musik und Wehrlosigkeit

Musik soll mich überfordern. Nicht trotz, sondern weil sie größer ist als mein Horizont, weil sie sich nicht nach meinen Erwartungen richtet, sondern mich an Grenzen führt, an denen ich den Halt verliere.

Zwischen Broterwerb und Lebenshunger

Es gibt Menschen, die von der „Work-Life-Balance“ sprechen, als wäre sie eine orthopädische Fehlstellung. Ein schiefer Rücken der Gesellschaft, verursacht durch zu viel Sofa und zu wenig Ehrgeiz.

Chromglanz und Zeitenwende

Es gibt Geräusche, die ganze Generationen in Entzücken versetzten. Das Grollen eines Motors etwa, je nach Modell irgendwo zwischen Raubkatze…

Nach dem Jubel

Irgendwann fällt auf, dass niemand mehr nach dem Früher fragt. Nicht aus Desinteresse, sondern weil diejenigen fehlen, für die diese Zeit noch eine geteilte Landschaft war: die Eltern.

Gehen, um zu bleiben

Spazierengehen ist eine der letzten Tätigkeiten, die sich jedem Zweck entziehen. Man geht nicht, um anzukommen. Man geht, um loszulassen…

Die leere Hand des Fragens

Es gibt diese Momente, in denen das Leben sich nicht mehr als eine Abfolge von Entscheidungen präsentiert, sondern als eine einzige, lange Pause. Eine Pause, in der wir plötzlich merken, dass wir seit Jahren atmen, ohne zu wissen, wofür. Die Luft kommt und geht, die Tage auch, und irgendwann steht man vor dem Spiegel und fragt sich: Wer hat mich eigentlich eingeladen, hier zu sein?

Die weite Sicht

Weitsicht ist eine brauchbare Sache, aber im täglichen Leben, zwischen Terminen und Tastatur, haben wir diese Fähigkeit zu einer museumspflichtigen Tugend verkümmern lassen.