Die Wiese im Spätsommer
Fellbacher Pinot Grigio(?)
Dieser Wein trägt die Farbe getrockneter Strohhalme, als habe jemand das Licht eines Spätsommers eingefangen und in Flaschen gefüllt. Sein Duft: nicht exotisch, nicht überladen, sondern vertraut. Quitte, Birne, die Früchte des eigenen Gartens, als wollten sie daran erinnern, dass das Glück meist nicht in der Ferne liegt, sondern vor der Haustür.
Die Säure ist zart, wie eine kleine Klarstellung: Dies ist kein süßer Traum, sondern ein Sommer in seiner Wirklichkeit. Und so gehört er nicht an die festgedeckte Tafel, sondern hinaus auf die Wiese. Vielleicht zu einem Konzert, wenn die Musik sich mit den Sternen mischt.
Und selbst die Moskitos, sonst die Störenfriede jeder Idylle, scheinen in diesem Augenblick Teil des Ganzen zu werden. Denn mit einem Glas dieses Weins gelingt das Unmögliche: Man macht Frieden mit dem Kleinen, um das Große ungestört genießen zu können.