Der stille Gast

Ein Trollinger, der sich verwandelt hat: nicht in das Übliche, sondern in ein Rosé von wunderbarem Orange, wie ein spätes Abendlicht, das auf einmal noch einmal aufleuchtet. Im Duft liegen Erdbeeren, Zitrus, Kirschen, und irgendwo, fast verschämt, Rosenblüten.

Er ist kein lauter Wein. Er setzt sich still an den Tisch, wie ein Gast, der nicht sofort auffällt. Man schenkt ihm ein Glas ein, redet weiter, lacht, vergisst ihn fast – und stellt irgendwann fest: Er war immer da. Er hat die Gespräche begleitet, die Stimmung gehoben, ohne sie zu beanspruchen.

So ist er ein schwäbischer Wein im besten Sinn: bescheiden, treu, verlässlich. Kein erster Eindruck, sondern eine Entdeckung im Nachhinein. Ein Hauswein – weil er nicht glänzt, sondern bleibt